Was ist Cascara?
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Kaffeekirschen & Cascara: Die fruchtige Seite deines Kaffees
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Wenn du an Kaffee denkst, siehst du dunkelbraune Bohnen vor dir, oder? Das ging uns früher genauso. Doch eigentlich ist Kaffee eine leuchtend rote Frucht: die Kaffeekirsche. Bei der Kaffeeverarbeitung werden die Samen, also die Kaffeebohnen, aus den Kirschen entfernt und zum Beispiel zu uns nach Europa exportiert. Die Fruchthülle bleibt dann übrig.

Bildquelle: Eigene Aufnahme aus Panama
Als wir 2023 auf einer Kaffeefarm in Panama waren, haben wir zum ersten Mal davon gehört, dass dort nicht nur die gerösteten Bohnen getrunken werden. Auch die Früchte werden gereinigt und getrocknet und zu einem wohlschmeckenden Tee aufgegossen. Einige Kaffeefarmer bevorzugen sogar den Frucht-Aufguss vor Röstkaffee! In Europa weiß das kaum jemand, deshalb wird die wohlschmeckende Frucht häufig nicht zusammen mit den Bohnen exportiert, sondern als Dünger verwendet oder weggeworfen, obwohl es ein sauberes, schmackhaftes, reichhaltiges Lebensmittel ist!!
Für jedes Kilogramm Röstkaffee, das wir trinken, wurden auf der Farm ursprünglich bis zu 7 Kilogramm Kaffeekirschen geerntet. Nachdem die Bohnen entnommen wurden, bleiben etwa 5 Kilogramm frisches Fruchtfleisch zurück. Getrocknet ergibt das rund 1 Kilogramm feinste Cascara.
Das bedeutet: Bisher haben wir fast 50 % der wertvollen Erzeugnisse einfach 'weggeworfen', statt sie als fruchtigen Tee zu genießen.
Wir bei MOCOTI finden: Kaffeekirschen müssen auch bei uns bekannter werden. Deshalb bringen wir die Kaffeefrucht als Cascara in dein Glas!
Bildquelle: Gerson Cifuentes auf Unsplash
Was genau ist Cascara?
Das Wort „Cáscara“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „Hülle“. Es ist das sonnengetrocknete Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Wir verwenden Cascara und Kaffeekirschen häufig synonym.
In Kaffeeländern wie Jemen oder Äthiopien wird dieser Aufguss schon seit Jahrhunderten als „Qishr“ getrunken, aber bisher ist es in Europa kaum bekannt. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass es bis 2022 in der EU nicht zugelassen war, da jedes unbekannte Lebensmittel eine sogenannte Novel Food Zulassung braucht, bevor es verkauft werden darf. Unsere Cascara bzw. Kaffeekirschen retten die Frucht, reduzieren Abfall und schaffen ein neues Geschmackserlebnis.
Der Geschmacks-Mythos
Die häufigste Frage, die uns gestellt wird ist: „Schmeckt das wie Kaffee?“
Die Antwort ist ein klares Nein. Da Cascara nicht geröstet wird, gibt es keine Bitterstoffe. Stell dir eher einen milden, leicht herben Früchtetee vor. Wie bei gutem Kaffee oder Wein schmeckt auch jede Cascara unterschiedlich. Das hängt vor allem von der Pflanzen-Spezies, der Verarbeitung, dem Erntezeitpunkt aber auch vom sogenannten Terroir (Boden, Klima, Höhenlage) ab. Unsere Cascara ist handgepflückt und stammt aus Höhenlagen, wodurch sie komplexe Aromen ausbildet und genau zum perfekten Reife-Zeitpunkt geerntet wird.
- Noten von Hagebutte, Pflaume & Hibiskus
- Leichte Süße (erinnert an Honig oder Datteln)
- Kein bitterer Nachgeschmack – auch bei langer Ziehzeit
Wirkung: Sanft statt Zitter-Kick
Ist es Tee oder Kaffee? Keins von Beidem. Es ist die tolle Kombination aus beiden Welten: Aus der Kaffeepflanze aber aufgegossen wie Tee. Die Kaffeekirsche enthält von Natur aus Koffein, um sich vor Insekten zu schützen. Allerdings enthält eine Tasse Cascara etwa nur 1/4 des Koffeingehalts einer Tasse Kaffee. Perfekt für das Nachmittagstief, wenn du Energie brauchst, aber es schon zu spät für eine Tasse Kaffee ist. Dazu kommen wertvolle Antioxidantien (Polyphenole), die in der Schale stecken.
Unser Zubereitungs-Tipp
Einfach mit kochendem Wasser aufgießen und ziehen lassen. Da die Schalen viel Platz brauchen, um ihr Aroma zu entfalten ("Free Floating"), bereiten wir sie am liebsten direkt im Glas zu. Alternativ kannst du auch ein wiederverwendbares Teesieb oder einen selbst befüllbaren Papier-Teebeutel nehmen.
Bildquelle Titelbild: PROJETO CAFÉ GATO-MOURISCO auf Unsplash