Warum hilft Cascara trinken der Umwelt?
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Genuss mit Impact: Warum deine Tasse Cascara hilft, Methan zu vermeiden
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Auch wenn wir unsere hochwertig aufbereiteten Kaffeekirschen ungern in Verbindung mit „Müll“ bringen, müssen wir über eine ökologische Tatsache sprechen, die oft missverstanden wird: Was passiert eigentlich, wenn wir die Kaffeefrüchte nicht zu Cascara aufwerten, nachdem die Bohne entnommen wurde?
Viele denken: „Das ist doch organisches Material, das wird einfach zu Kompost.“
Doch die biochemische Realität sieht anders aus. Wenn Millionen Tonnen Fruchtfleisch auf riesigen Haufen landen, wird das schnell zur ökologischen Belastung. Hier sind drei Gründe, warum Upcycling (Valorization) weit mehr ist als nur Müllvermeidung.

Bildquelle: Omkar Jadhav auf Unsplash
1. Das Methan-Problem: Warum große Haufen dem Klima schaden
Kaffeekirschen werden nach der Ernte entsteint (depulped). Da für 1 kg Rohkaffee ca. 5 kg Fruchthüllen anfallen, entstehen in den Anbauländern riesige Biomasse-Berge.
Das Problem: In diesen dichten, feuchten Haufen fehlt schnell der Sauerstoff. Es entsteht ein sogenanntes anaerobes Milieu. Statt sauber zu verrotten (was Sauerstoff benötigt), beginnt die Masse zu gären. Dabei produzieren Mikroorganismen Methan (CH₄).
Methan ist als Treibhausgas über einen Zeitraum von 20 Jahren etwa 80-mal wirksamer als CO₂. Indem wir die Schale sofort trocknen, entziehen wir den Mikroorganismen das Wasser und stoppen die Methanbildung, bevor sie beginnt.
2. Sauerstoffmangel in Gewässern
Die Kaffeekirsche ist reich an Zuckern und organischen Säuren. Wenn Regen auf die offenen Deponien fällt, wäscht er diese Stoffe aus. Es entsteht ein hochkonzentriertes Sickerwasser.
Dieser Wert misst, wie viel Sauerstoff Bakterien verbrauchen, um organische Stoffe im Wasser abzubauen. Je höher der Wert, desto weniger Sauerstoff bleibt z.B. für Fische übrig.
- Normales häusliches Abwasser: ca. 300 mg O₂/L
- Sickerwasser von Kaffeekirschen: bis zu 10.500 mg O₂/L
Das bedeutet: Gelangt dieses süße, nährstoffreiche Wasser ungefiltert in Flüsse, vermehren sich Bakterien explosionsartig und verbrauchen dabei fast den gesamten Sauerstoff. Das Ökosystem droht zu kippen (Eutrophierung).
Quelle: MDPI, "The Bioenergetic Potential from Coffee Processing Residues", 2024.Upcycling bedeutet hier aktiven Gewässerschutz: Wir nehmen die organische Last aus dem Kreislauf, bevor sie in die Flüsse gelangt.
3. Der Boden: Warum viel nicht immer viel hilft
Es klingt paradox, aber frische Kaffeekirschen sind in großen Mengen problematisch für den Boden. Sie enthalten hohe Konzentrationen an Polyphenolen (Tanninen) und Koffein.
Koffein wirkt in der Natur als Abwehrstoff der Pflanze. In hoher Konzentration ist es phytotoxisch. Das bedeutet, es kann das Wurzelwachstum anderer Pflanzen hemmen und das mikrobielle Gleichgewicht des Bodens stören. Unbehandelte Pulpe auf Felder auszubringen, kann den Boden also kurzfristig sauer machen und schädigen, statt ihn zu düngen.

Bildquelle: Eigene Aufnahme
Fazit: Wertschöpfung statt Entsorgung
In der Wissenschaft nennt man das, was wir tun, „Valorization“: Die Aufwertung von Nebenprodukten zu neuen Ressourcen. Wenn du MOCOTI trinkst, genießt du nicht nur ein Premium-Getränk. Du unterstützt ein System, das verhindert, dass organische Stoffe dort landen, wo sie Schaden anrichten. Zudem ermöglicht die Nutzung der gesamten Frucht eine Steigerung des Ertrags pro Pflanze, ohne die Anbauflächen vergrößern zu müssen. Besonders im Kontext des Klimawandels und der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Rohstoffen gewinnt die Cascara daher aktuell immer mehr von Bedeutung.